Beethovens "Egmont-Ouvertüre" gehört mit Sicherheit in die Kategorie "bekannte und beliebte Werke der klassischen Musik". Dabei ist die Ouvertüre nur eine Nummer von insgesamt zehn, die Beethoven als begleitende Schauspielmusik zu Goethes Trauerspiel "Egmont" komponierte. Trotz der Beliebtheit der Ouvertüre ist der Rest der Schauspielmusik heute faktisch von den Konzert- und Theaterbühnen verschwunden. Dabei war sogar mit dem ausdrücklichen Segen Goethes 1821 eine Einrichtung des Werkes (mit verbindenden Zwischentexten von Friedrich Mosengeil) für den Konzertsaal entstanden, ein Umstand, der bei dem sonst eher zugeknöpften Geheimrat schon eine echte Besonderheit darstellt.

Goethes "Egmont" spielt in der Stadt Brüssel während des Aufstands der Niederländer 1566-68 gegen die spanische Herrschaft. Das Drama speziell thematisiert den Untergang des Niederländers Lamoral Graf von Egmond (so seine eigentliche Schreibweise), Fürst von Gavre, der zusammen mit Wilhelm von Oranien an der Spitze der Adelsopposition stand. Das Ende des Trauerspiels - der Tod Egmonts - entspricht historisch dem Anfang des Achtzigjährigen Krieges. 1648 beendete schließlich der Westfälische Friede nicht nur den 30jährigen Krieg, sondern auch den spanisch-niederländischen Krieg, mit dem Ergebnis, dass die „Republik der Vereinigten Niederlande“ (mit Ausnahme der Frankreich zugesprochenen Gebiete) die Freiheit erlangte.

Beethovens nutzt nun - ganz im Gluck'schen Sinne seiner Reformopern - schon die Ouvertüre, um den Zuhörer einen allumfassenden Blick auf das kommende Geschehen zu geben. Er beginnt nicht nur in der düsteren Trauertonart f-moll, sondern präsentiert einen erschütternden

 
Trauermarsch der Unterdrückten, aus dem sich heraus das Allegro-Hautthema entwickelt und dann leidenschaftlich und unruhig vorantreibt. Zugleich spiegelt sich auch Egmonts heroisch verklärte Liebe (punktierte Streicherrhythmen) zu Klärchen (hohe Holzbläser) wieder, die in der Reprise regelrecht zerbrochen wird. Der Schluss der Ouvertüre nimmt die Sieges-Sinfonie vorweg, die Egmont am Ende des Dramas zum Schafott begleitet – hier sollte Hector Berlioz 20 Jahre später mit seinem ‘Gang zum Richtplatz’ in der symphonie fantastique geistig anknüpfen.

Im Sommer 1810 sollte Goethes 1788 beendetes Drama endlich auch zum ersten Mal in Wien aufgeführt werden; Beethoven wurde bereits ein Jahr früher vom k.k. Hofburgtheater beauftragt, dazu eine umfangreiche Bühnenmusik zu verfassen, deren zehn Nummern dann zwischen Oktober 1809 und Juni 1810 entstanden. Freilich wurde der Komponist nicht ganz fertig; seine Bühnenmusik erklang erst in der vierten Wiener Aufführung des Dramas am 15. Juni 1810 (allerdings nicht erst, wie mitunter fälschlich berichtet, am 24. Juni). Der Erfolg war seinerzeit groß. Im April 1811 wagte Beethoven schließlich auch, den Klavierauszug an Goethe zu schicken, „diesen herrlichen Egmont, den ich, indem ich ihn ebenso warm als ich ihn gelesen wieder durch Sie gedacht, gefühlt und in Musik gegeben habe – ich wünsche sehr Ihr Urteil darüber zu wissen,” schrieb Beethoven. Goethe war nach mehreren Klaviervorführungen so begeistert, daß er schließlich sogar eine weitere Aufführung in Weimar in die Wege leitete.

Ulrich Witt


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