Im Jahre 1879 verlieh die Universität von Breslau Johannes Brahms den Titel eines Ehrendoktors der Philiosophie. Als Dank dafür schrieb er seine “Akademische Festouvertüre” op. 80 über Studentenlieder, die sich damals großer Beliebtheit erfreuten. Das Werk wurde, zusammen mit seinem Gegenstück, der “Tragischen Ouvertüre” op. 81, erstmalig am 4. Januar 1881 in Breslau aufgeführt. Die letztere Komposition hatte ihn schon seit Jahren beschäftigt, und Brahms wurde dazu angeregt, sie zu vollenden, um damit der Universität die beiden Seiten seines Charakters, die ernste und die lustige, zeigen zu können. Es sind seine beiden einzigen Konzertouvertüren geblieben.

Innerhalb Deutschlands hat die erste Melodie, die auf ein Studentenlied zurück geht, noch eine gewisse Bekanntheit erreicht. Der ursprüngliche Liedertext (“Wir hatten gebauet ein stattliches Haus”) wurde 1819 von Daniel August von Binzer geschrieben, als die Jenaer Burschenschaft (die erste ihrer Art, auch Ur-Burschenschaft genannt) per Dekret aufgelöst wurde. Heute kennt man das Lied eher unter seinem neueren Text (“Ich hab´ mich ergeben mit Herz und mit Hand”).

Das folgende Lied “Alles schweige” ist über die Jahre zumindest in der breiten Öffentlichkeit in Vergessenheit geraten. Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil des Liedes, das bei einem sog. “Landesvater”, dem traditionellen Durchstechen der studentischen Kopfbedeckung, gesungen wird. Die Melodie läßt sich dabei zurückverfolgen bis in das 18. Jahrhundert. Bei dem Lied “Was kommt dort von der Höh´”, das heute in

 
der Allgemeinheit ebenfalls vergessen ist, handelt es sich um ein sog. “Fuchslied” mit sinnlosen Worten aus dem achtzehnten Jahrhundert. In jedem der zwanzig Verse wird jeweils etwas als “ledern” bezeichnet. Die Melodie wurde ursprünglich zu den Worten “Bei Hall´ ist eine Mühl´” gesungen und stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert.

Das berühmteste aller Studentenlieder hob sich Brahms für die Coda der Ouvertüre auf: “Gaudeamus igitur”. Der Text geht zurück auf das Jahr 1781 und stammt von Christian Wilhelm Kindleben, der seit 1768 als Pastor in Leipzig tätig war und 1781 wegen seiner Studentenlieder des Landes verwiesen wurde. Zur Zeit Brahms gab es verschiedene Fassungen der letzen vier Takte des Liedes. Die Version, die Brahms in seiner “Akademischen Festouvertüre” benutzt, hat sich dabei als einzige wirklich durchsetzen können.

In der Vorbereitung zum 140-jährigen Bestehen der Blauen Sänger im Jahre 2000 kam uns die Idee, die Ouvertüre mit einem Schlusschor aufzuführen und so allen Festteilnehmern die aktive Teilnahme am Konzert zu ermöglichen. Dass es sich darüber hinaus auch noch um eine Sammlung von Studentenliedern handelt, gab dem Unternehmen einen besonderen Reiz. Der Große Chor der Blauen Sänger setzte sich dabei aus den Festteilnehmern zusammen, der am Konzert-Morgen erstmalig in dieser Besetzung gesungen hatte.

Ulrich Witt


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