Natürlich geben sich „song contests“ heute äußerst modern. Ganze Nationen suchen ihre Superstars, und in Athen konnte man letztens bestaunen, wie eine scheinbar aus Saurons Armee entsprungene finnische Metal-Band einen vormaligen europäischen Schlagerwettbewerb für sich entschied. Es ist also alles „im Fluss“. Dabei ist die Idee viel älter, und als Antonio Salieri 1786 von Kaiser Joseph II. die Aufforderung bekam, sich an einem solchen zu beteiligen, war er mit Sicherheit auch nicht der erste, der sich einer solchen Aufgabe gegenüber sah. Im Jahre 1786 jedoch gab es nur zwei Teilnehmer an diesem „song contest“: Salieri und – Mozart. Peter Shaffer und Milos Forman sei Dank, „wissen“ wir heute, dass es wohl in der Musikgeschichte keinen größeren und minder bemittelteren Neider gab als Salieri. Wie sehr musste sich dieser also gefreut haben, endlich die Möglichkeit vor Augen, diesem „flatulierenden Emporkömmling“ mit der unverdienten Musikalität eines Gottes zu zeigen, was er, Salieri, zu leisten in der Lage war. Herrlicher Filmstoff!

Die Wahrheit hingegen sieht wie üblich in dem Genre ganz anders aus. Die beiden Stücke sollten nämlich gar nicht – wie oft behauptet wird – die Konkurrenz unter den beiden Komponisten schüren, sondern die Einrichtung des „Deutschen National-Singspiels“ auf die der italienischen Oper in Wien treffen lassen, in der Hoffnung, damit ersteres zu weiterem Ansehen zu verhelfen. Immerhin hatte Joseph II. seinerzeit bei Mozart schon dessen „Entführung aus dem Serail“ in Auftrag gegeben, das dieser nach einem Libretto von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren schrieb. Das neuerliche Duo Mozart/Stephanie brachte allerdings nun im direkten Vergleich mit dem immer noch beliebten italienischen Stil für Joseph II. nicht den gewünschten Erfolg. Salieri hatte mit seiner Oper „Prima la musica e poi le parole“ das bessere Ende für sich. 

Glaubt man Berichten, so hatte der als zweites startende Mozart nach seiner Ouvertüre allerdings „die Nase noch leicht vorn“. In der Tat scheint sich Mozart hier von einer geradezu spritzigsten und kindlich-frechen Seite zeigen zu wollen. Geradezu wie „Kai aus der Kiste“ springt das Orchester mit einem furiosen Dreitakter dem Publikum in die Oh-

 
ren, als wolle es akustisch gleich beim ersten Ton die Bühne in gleißendes Licht tauchen. Und während der Zuhörer noch gar nicht richtig weiß, wie es Augen und Ohren zu sortieren hat, entwischt ihm das Orchester schon wieder, um mit kleinen „Buh“’s in den Bläsern und Pauken frech seinen Kopf hinter dem Bühnenbild hervorzustrecken. Was also bleibt dem geneigten Besucher anderes übrig, als dem Frechdachs nachzustellen, der sich einem kleinen Spring-ins-Feld schon längst in Mozart’sche Spielereien verwickelt hat. Wieder einmal zeigt Mozart, wie ernst er seine Arbeit nimmt: „Der Schauspieldirektor“ ist eine Komödie.

Ulrich Witt

Johann Gottlieb Stephanie der Jüngere
Aus: „Der Schauspieldirektor“

Puf: Legen Sie die Hand auf‘s Herz, und reden Sie die Wahrheit: Haben wir nicht gerade mit den Stücken, worüber am meisten geschimpft wurde, das meiste Geld eingenommen? und bey jenen, die alle Welt für Meisterstücke hält, leere Bänke gehabt? Mit Nathan dem Weisen werden Sie das zweytemal nicht so viel einnehmen als die Lichter betragen; den Graf Waltron aber können Sie 20mal geben, und werden immer das Haus voll haben. Ergo? Ein Direkteur muss auf die Kassa sehen - ergo: die schlechtesten Stücke die Besten.

Frank: Aber lieber Puf, der gute Geschmack geht ja auf die Art vollends zu Grunde.

Puf: Ich bitt‘ Sie, bleiben Sie mit ihrem guten Geschmack zu Haus, er hat Sie beynahe an Bettelstab gebracht. Es ist ein Hirngespinst, das den Kopf aber nicht den Beutel füllt. Die Leute führen ihn desshalb so häufig auf der Zunge um ihn bey jeder Gelegenheit von sich zu geben, weil sie ihn nicht verdauen können. Den zu gründen gehört für grosse Herren, aber nicht für Privatleute.


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steht auch Studierenden mit weniger Chorerfahrung offen, denn auch ihnen möchten wir die Möglichkeit bieten, im Gesang einen Ausgleich zum Studium zu finden.

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