Kammermusik gilt nicht gerade als eine Domäne von Strauss – die dazugehörigen Werke lassen sich leicht an zwei Händen abzählen, und die meisten von ihnen sind entstanden, bevor Strauss Mitte 20 war. Eines seiner frühesten Werke ist die seine Es-dur-Serenade. Richard Strauss ging noch in München zur Schule, als er sie komponierte. Geradezu systematisch arbeitete er sich damals durch alle erdenklichen Gattungen: Klaviertrio, Streichquartett, Klaviersonate. Und 1881 wagte er sich dann an den großen Bläserklang heran, bestehend aus zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotten, einem Kontrafagott und vier Hörnern. An diesen 13 Bläserstimmen übte er sich im Klangfarbenmischen: Dabei probierte er immer wieder neue Kombinationen aus, experimentierte mit Klang-Farbschattierungen, die durch ein zusätzliches Instrument plötzlich ganz anders zu leuchten beginnen.

Der 17jährige Richard Strauss bewies mit dieser Serenade  op. 7, dass er auf diesem Gebiet das kompositorische Handwerk schon einmal beherrschte. Ansonsten hielt sich der ehrgeizige Jungkomponist zurück. Klare Strukturen, keine waghalsige Harmonik, einige klug platzierte dynamische Höhepunkte - Strauss legte ein gelungenes Frühwerk vor, aber verschob die Abenteuer vorerst auf später. Großes Lob fand das Werk übrigens beim berühmten Dirigenten Hans von Bülow. Dieser bezeichnete Strauss, nachdem er ihn zuvor noch zerrissen hatte ("Klavierstücke von Strauss haben mir gründlich missfallen."), als ungemein begabten jungen Mann und nahm das Werk in das Tourneeprogramm seiner Mei-

 
ninger Hofkapelle auf, immerhin eines der angesehensten Orchester Europas. Strauss selbst befand zwar in reiferen Jahren, dass dieses Stück nicht mehr sei als die respektable Arbeit eines Musikstudenten, aber dergleichen sagt sich leicht über Jugendwerke und aus der erhöhten Warte eines Berühmten erst recht.

Mit Bläsern kannte sich der junge Strauss aus und mit dem Horn, dank des Vaters, sowieso; es war zeitlebens eines seiner Lieblingsinstrumente. Mag sein, dass ihn diese Passion dazu verleitete, in seiner Serenade die Hörner gleich vierfach, die Holzbläser aber nur doppelt zu besetzen; wenig später bekrittelte er diese Stimmenverteilung als »inakzeptabel«. Dabei hatte Mozart das in seiner Gran Partita KV 361 – wahrscheinlich heimliches Vorbild der Serenade – auch so gemacht, und weder hier noch da fällt die Hörnerphalanx dominierend ins Ohr, schließlich gibt es ja immerhin neun Holzbläser. Zusammen schwelgen sie in warmem Wohlklang, präsentieren ein "Lied ohne Worte" als Eröffnung und spielen in der Folge mit zwei weiteren Themen, prägnant das eine, bewegt in melodischen Bögen schweifend das andere. Formal gibt sich die Serenade eher unkonventionell, also gar nicht besonders "respektabel" für einen Studenten. Dennoch gibt sich der Richard Strauss des Till Eulenspiegel oder gar der Salome noch in keinem Takt zu erkennen; auch sein Opus 7 ist ein echtes Jugendwerk, unprätentiös und dabei dennoch geschickt die Möglichkeiten der Bläser nutzend.

Ulrich Witt


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