Am 28. März 1837 heiratete Felix Mendelssohn Bartholdy die Pfarrerstochter Cécile Jeanrenaud, eine Person, die der Biograf Sebastian Hensel mit den Worten charakterisierte: „[...] ihr Umgang war so wohltuend ruhig, so erquickend wie die reine Himmelsluft oder das frische Quellwasser“. Gerade der Vergleich mit dem „frischen Quellwasser“ ist bezeichnend, denn Mendelssohns Vertonung des 42. Psalms entstand größtenteils während seiner Hochzeitsreise, die das junge Ehepaar u. a. durch das Elsass und den Schwarzwald führte. Der erste, zweite und sechste Satz entstanden in Freiburg im Breisgau, der Schlusschor wurde Ferdinand Hiller zufolge später in Leipzig angefügt.

Die Uraufführung der ersten Fassung (mit dem jetzigen Chor Nr. 4 als Schlusschor) fand am 1. Januar 1838 im Leipziger Gewandhaus statt; im Frühjahr des gleichen Jahres folgte die überarbeitete, endgültige Fassung. Die Psalmkantate wurde zu Lebzeiten des Komponisten häufig aufgeführt und auch vom selbstkritischen Mendelssohn als eine seiner besten Kirchenkompositionen eingeschätzt. Robert Schumann urteilte, das Werk sei „die höchste Stufe, die er [Mendelssohn] als Kirchenkomponist, ja die neuere Kirchenmusik überhaupt, erreicht hat“.

Der wunderbar weichgetönte Eingangschor verarbeitet das vom Chor-Alt vorgestellte Thema kontrapunktisch, mit homophon bekräftigenden Einwürfen und einem verinnerlichten a-cappella-Abschnitt am Schluss. In den beiden folgenden Arien führt der Solo-Sopran zunächst einen Dialog mit der Oboe nach dem Vorbild der Arien Bachs, danach mit dem Frau-

 
enchor. Ein affirmativer Chor, der Elemente der Mehrchörigkeit aufnimmt, bildet den Mittelteil des Werks, dem sich ein Quintett des Solo-Soprans mit den Männerstimmen anschließt. Der an Händel gemahnende Schlusschor nimmt das Thema des vierten Teils wieder auf und mündet in eine breit angelegte Fuge auf den Text „Preis sei dem Herrn“, die dem Psalmtext quasi als Gloria Patri, als kleine Doxologie, angefügt ist.

Mendelssohn vertonte den Text des Psalmes nahezu vollständig. Lediglich Vers 1 und 7b, letzterer mit inhaltlich unwichtigen geographischen Angaben, fehlen vollständig; ferner wurde Vers 11, der einige frühere Stellen wieder aufgreift, durch wörtliche Wiederholungen ersetzt. Außerdem fügte Mendelssohn in seiner Schlussfuge eben jenes „Preis sei dem Herrn“ an.

Bleibt am Schluss die Frage, warum das Werk eine derartige Popularität erlangt hat? Die Antwort hierauf ist nicht so schwer, denn Mendelssohn entwirft in dieser Psalmkantate ein tief empfundenes Bild von Sehnsucht und Suche nach Gott, die in Trost und Gottvertrauen Erfüllung findet. Mag auch die Inbrunst nicht so „wild“ sein wie es der Text möglich machen würde, so ist ihre unendliche und ergreifende Tiefe in jedem Ton zu hören und zu spüren, und zwar in einer Weise, die zu Herzen geht.

Ulrich Witt


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