Herrscht nicht in Verbindungen - und damit auch bei den Blauen Sängern - das Führerprinzip?

Definitiv NEIN. Wer dies behauptet, betreibt mit dem Begriff "Führerprinzip" Schindluder und instrumentalisiert ihn, um andere damit zu diffamieren.

Begriffsbestimmung

Wir zitieren hier einmal aus einem Artikel der Seite Netz-gegen-Nazis.de, der so gut ist, dass wir es selbst nicht besser sagen könnten:

Das grundlegende Merkmal des Lebens sei der "Kampf", so eine der Überzeugungen von Rechtsextremisten. In diesem "Lebenskampf" setze sich stets nur der Beste oder Befähigste durch. Wie nur das "beste Volk", die "stärkste Rasse" überlebensfähig sei (siehe: Rassismus), so müsse dieses Prinzip auch für Individuen innerhalb eines Volkes und einer Rasse gelten. Staatliche Organisation müsse also zuvörderst die begabtesten Köpfe innerhalb des Volkes fördern. Der Einzelne setze sich nicht durch Wahl und andere vernunftgeleitete Auswahlverfahren durch, sondern allein im Kampf. [...]

Als staatliche Ordnung ist das Führerprinzip wie eine Pyramide aufgebaut: An der Spitze steht der "Führer", der Verantwortung für das Ganze trägt. Ihm verantwortlich und zu strengem Gehorsam verpflichtet sind untergeordnete Führungspersönlichkeiten, die ihrerseits nach unten Befehle weitergeben und Gehorsam erwarten können, usw. [...]

Das Führerprinzip duldet keinen Ungehorsam und fordert unbedingte Disziplin von den Untergebenen. [...] Diese Auffassung war die Basis des nationalsozialistischen Unrechtsstaates [...]. Sie widerspricht diametral demokratischen Vorstellungen vom Rechtsstaat, in dem jeder einzelne Bürger in Form eines verlässlichen Gesetzeskatalog seine Rechte und Pflichten kennt (kennen kann) und, wo er sie verletzt sieht, einklagen kann.

Das Führerprinzip steht im grundsätzlichen Widerspruch zu zentralen demokratischen Ideen und Mechanismen: Volkssouveränität, Pluralismus, Parlamentarismus, Minderheitenrechte, Rechtstaat, Gewaltenteilung.

 

Unsere Position dazu

Es schaudert uns, wenn wir an derartiges denken, und zwar so heftig, wie man es sich kaum vorstellen kann. Deswegen sind wir auch froh darum, dass es bei den Blauen Sängern eben genau nicht so ist. Da steht unsere Satzung vor. Dort heißt es u.a. "Der Konvent ist die Versammlung der Mitglieder [...] und die höchste Instanz der StMV. Er berät und beschließt in allen Angelegenheiten der StMV, soweit diese nicht durch die Satzung dem Vorstand [...] übertragen sind." und "Für seine Amtsführung ist der Vorstand dem Konvent verantwortlich." Von "Befehl und Gehorsam" ist da nichts zu lesen. Und selbst in den Fällen, in denen der Vorstand allein entscheiden darf, muss er sich letztendlich dem Konvent gegenüber erklären.

Außerdem sagt schon der 1. Satz im 1. Paragraphen unser Satzung, dass "die Studentische Musikvereinigung Blaue Sänger in Göttingen im SV (StMV) [...] dazu beitragen [will], dass ihre Mitglieder als verantwortungsvolle Menschen allen Problemen aufgeschlossen sind und Achtung vor dem anderen und dessen Überzeugung haben." Dieser Pluralismus, also die Koexistenz von verschiedenen Interessen und Lebensstilen in einer Gesellschaft, und das Führerprinzip schließen sich gegenseitig aus.

Kurz gesagt:
Wir sind ein pluralistischer und basisdemokratischer Zusammenschluss von Studierenden - und das ist auch gut so!


Unser Chor

steht auch Studierenden mit weniger Chorerfahrung offen, denn auch ihnen möchten wir die Möglichkeit bieten, im Gesang einen Ausgleich zum Studium zu finden.

Unser Orchester

hat einen Faible für eher selten gespielte und unbekannte Werke aus allen Epochen, macht aber trotzdem um Haydn und Schubert keinen Bogen. Und als einziges der Orchester in Göttingen gibt es bei uns kein Vorspielen.

Unser Theater

bietet die Möglichkeit, sich im darstellenden Bereich auszuprobieren. Denn bei uns stehen die Freude am Spiel und die Sammlung von Theatererfahrung im Vordergrund.

Unsere Big Band

swingt und groovt, was das Zeug hält - und hat gerade beim 8. internationalen BigBand-Contest "Swingin´ Saxonia" in der Kategorie "Amateure" den zweiten Platz gewonnen!

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